Free2Play oder doch Kostenfalle?

Switch, Wii, GameCube, Nintendo DS und Co.-  sie alle begeistern Spielefans seit Langem. Doch nicht immer sind sie auch wirklich griffbereit, vor allem unterwegs. Ein weiterer Grund für die Beliebtheit der Smartphone-Spiele sind die kostenlosen Varianten. Doch ausgerechnet sie stehen jetzt in der Kritik.

Gaming mit dem Smartphone: So cool ist diese Lösung wirklich

Casual Gamer greifen immer öfter zum Smartphone und lassen ihre Switch, die Wii, Nintendo DS und andere Konsolen und Handhelds links liegen. Das zeigen die wachsenden Downloadzahlen, die es bei Apple und Co. gibt.

Super Mario Run ist etwa für Smartphones und Tablets verfügbar und erhielt tausende positive Nutzerbewertungen. Ein cooler Spielspaß auf dem mobilen Endgerät, der jedoch auch seine Grenzen hat. Nicht alle Titel sind nämlich für den Download verfügbar. Mario & Luigi: Abenteuer Bowser etwa steht nur für die Nintendo DS zur Verfügung.

In-App-Käufe: Der neue Trend bei den Smartphone Spielen

Mario Kart Tour gehört zu den beliebtesten kostenlosen Spielen für das Smartphone/Tablet. Doch jetzt droht im Paradies der beiden Klempner Ungemach. Hersteller Nintendo wird nämlich durch einen Vater verklagt. Sein Vorwurf richtet sich an die Spielpraxis der sogenannten Lootboxen. Sein minderjähriger Sohn hatte mit seiner Kreditkarte In-App-Käufe im Gegenwert von 160 USD getätigt.

Doch nicht der Kauf selbst ist Klagegrund, sondern vielmehr der Boxeninhalt. Er konnte vor dem Kauf nicht eingesehen werden. Nach Meinung des Vaters ein Betrug. Nintendo hat bereits reagiert und das Shop-System umgestaltet und die Lootboxen angepasst. Beim Ingame-Shop gibt es sie in ihrer Ursprungsform jedoch weiterhin. Nun entscheidet der Superiour Court of California, wie es weitergeht.

Muss man wirklich immer zahlen?

Die Free2Play Spiele sind meistens auch komplett kostenlos spielbar. Aber dafür bleiben den Spielern häufig Funktionen verwehrt oder der Aufbau dauert viel länger. Zu einem der beliebtesten Free2Play Spiele gehört Heartstone. Das Sammelkartenspiel ist auch für Smartphone und Tablet verfügbar.

Es ist grundsätzlich kostenlos. Wer etwas Geduld mitbringt, kann seine Kartendecks erspielen. Deutlich schneller geht es, wenn sie mit eigenem Geld gekauft werden. Wer zahlt, hat viel schneller eine große Kartenauswahl und verschafft sich damit natürlich Vorteile.

Außerdem gibt es verschiedene Zugänge, etwa zur Arena für 1,99 Euro. 2 Klassikpackungen werden für 2,99 Euro angeboten. 7 Klassikpackungen sind für 7,99 Euro zu haben. Das Willkommenspaket mit 10 Klassikpacks gibt es einmalig für 5,99 Euro. Das größte Paket mit 40 Packungen gibt es für 59,99 Euro.

Dazu warten noch Extras wie 2 „Das Große Turnier“-Packungen oder 2 „Goblins gegen Gnome“-Packungen für jeweils 2,99 Euro. Nach einem ähnlichen Prinzip sind auch viele andere Free2Play-Angebote gestaltet. Da es ein schier unermessliches Angebot für In-App-Käufe gibt, finden Spieler auch stets Neues, was sie in ihren Warenkorb legen können. Damit sorgen die Spielhersteller dafür, dass die Nachfrage nicht aufhört.

Mario, Luigi, Figuren, Lustig, BuntPixabay.com © Alexas_Fotos CCO Public Domain
Mario und Luigi begeistern Millionen Spielefans. Vor allem die Fangemeinde der Free2Play-Spiele wie
Mario Kart Tour nimmt zu.

Free2Play: Der Haken mit den kostenlosen Spielen

Ein Grund für den Rückgang der Umsatzahlen bei den Spielverkäufen bei Gaming-Riesen wie Nintendo ist der Kurswechsel in der Marketingstrategie. Längst wird der Löwenanteil der Einnahmen nicht mehr aus dem Verkauf der Handhelds, Konsolen und Spiele generiert, sondern mit In-App-Käufen.

Zunächst werden Spiele wie Mario Kart Tour kostenlos in den Stores von iOS und Android angeboten. Doch dann schlägt das Pay2Win-Prinzip zu: Wer gewinnen und schneller vorankommen möchte, muss dafür zahlen.

Spieler kaufen sich etwa Lootboxen oder andere Vorteile, die sie im Spiel selbst nicht oder nur zögerlich erreicht hätten. Experten sehen diese Praktiken vor allem deshalb kritisch, da sich die Angebote vor allem an das jüngere Publikum richten. Sie nutzen immer öfter die Kreditkarten ihrer Eltern, um die In-App-Käufe zu tätigen. Ein weiterer Haken, denn nur so ist die Zahlung möglich und ein sechs- oder achtjährige Spieler etwa hat noch gar kein eigenes Konto oder eine Karte.

Nintendo ist nicht der einzige Anbieter, der sich mit der Kritik um die Lootboxen auseinandersetzen muss. Auch die Wettbewerber Epic Games oder FIFA wurden bereits juristisch dafür belangt. Lange sahen sich Eltern machtlos, doch mit wenigen Tricks lassen sich die Käufe unterbinden.

Geld, Karten, Geschäft, KreditkartePixabay.com © jarmoluk CCO Public Domain
In-App-Käufe lassen sich mit Kreditkarten in Sekunden abwickeln. Genau hier besteht das große Risiko, vor allem für Kinder. 

In-App-Käufe deaktivieren: So wird es gemacht

Haben Eltern Angst vor In-App-Käufen ihrer Kinder, können sie die Funktion auch unterbinden. Wer ein Smartphone und ein Tablet hat, muss die Einstellungen dafür jedoch bei allen Geräten einzeln vornehmen.

Wer ein iOS-Gerät hat, wählt zunächst „Bildschirmzeit“ (unter „Einstellungen“) aus der Übersicht. Dann wird der Menüpunkt „Beschränkungen“ ausgewählt und „Käufe im iTunes & App Store“ angeklickt. Nun geht es zur Auswahl der „In-App-Käufe“ und die Einstellung auf „Nicht erlauben“. Zum Schluss muss noch der vierstellige PIN-Code zu Bestätigung eingeben werden, der selbst wählbar ist. Fertig.

Bei Android-Geräten geht das Verbot der In-App-Käufe nicht ganz so einfach. Jedoch ist es möglich, eine Authentifizierung vor dem Kauf durchführen zu lassen. Somit sind Eltern sicher, dass ihre Kinder ohne Zustimmung keine Käufe für ihre Spiele vornehmen können.

Die Einrichtung wird über die „Einstellungen“ vorgenommen. Hier gibt es den Punkt „Authentifizierung“. Dann wird eingestellt, dass die Authentifizierung für alle Käufe erforderlich ist. Möchte der Nachwuchs später einmal am Telefon der Eltern spielen und In-App-Käufe vornehmen, wird das ohne Eingabe der biometrischen Daten oder einer PIN nicht funktionieren.

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