Mit Super Mario Odyssey kehrt Nintendo zu den offenen 3D-Welten zurück, die bereits Super Mario 64 und Super Mario Sunshine auszeichneten. Statt geradliniger Level erwarten uns weitläufige Königreiche, unzählige versteckte Geheimnisse und jede Menge Freiheiten beim Erkunden. Die größte Neuerung trägt Mario dabei direkt auf dem Kopf: Mit seinem neuen Begleiter Cappy kann der Klempner erstmals Gegner und Gegenstände übernehmen und deren Fähigkeiten nutzen. Ob das ungewöhnliche Spielprinzip funktioniert und wie sich Marios erstes großes Abenteuer auf der Nintendo Switch spielt, erfahrt ihr in unserem Test.
Story: Bowser plant seine eigene Traumhochzeit
Die Geschichte beginnt mit einer Niederlage. Hoch über den Wolken versucht Mario, seinen Erzfeind Bowser aufzuhalten, der Prinzessin Peach entführt hat und sie nun gegen ihren Willen heiraten möchte. Doch Mario zieht im Kampf den Kürzeren, wird von Bowsers Luftschiff geschleudert und verliert dabei auch noch seine berühmte rote Mütze. Im geheimnisvollen Hutland trifft er auf Cappy, ein kleines geisterartiges Wesen, dessen Schwester Tiara ebenfalls von Bowser entführt wurde. Beide haben somit dasselbe Ziel und beschließen, gemeinsam die Verfolgung aufzunehmen. Cappy verwandelt sich kurzerhand in Marios neue Kopfbedeckung und begleitet ihn fortan auf seiner Reise. Mit dem fliegenden Schiff Odyssey geht es anschließend von einem Königreich zum nächsten, während Bowser überall die notwendigen Vorbereitungen für seine Hochzeit trifft. Mal lässt er einen wertvollen Ring stehlen, mal beschafft er sich Blumen oder Zutaten für das Hochzeitsessen. Seine Handlanger, die sogenannten Broodals, sorgen dabei regelmäßig für Ärger.
Besonders tiefgründig fällt die Handlung erwartungsgemäß nicht aus. Wie in den meisten Mario-Abenteuern dient die Rettung von Peach in erster Linie dazu, den Spieler durch die verschiedenen Welten zu führen. Dennoch erzählt Nintendo die bekannte Geschichte mit deutlich mehr Humor und Charme als gewohnt. Cappy besitzt eine eigene Persönlichkeit, die Bewohner der Königreiche reagieren auf Bowsers Machenschaften und zahlreiche kleine Zwischensequenzen lockern das Geschehen auf. Vor allem die Begegnungen mit den vier Broodals, einer Gruppe von Hasen, die als Hochzeitsplaner für Bowser arbeiten, bleiben durch ihre überzeichneten Charaktere in Erinnerung. Dass Nintendo seine Figuren auch ohne lange Dialoge unterhaltsam inszenieren kann, zeigt sich besonders im späteren Verlauf. Die Handlung hält einige gelungene Überraschungen bereit und steuert auf ein Finale zu, das wir an dieser Stelle natürlich nicht vorwegnehmen möchten. Trotzdem bleibt Peach erneut die Prinzessin, die gerettet werden muss. Eine mutigere Geschichte hätte dem Abenteuer durchaus gutgetan.
Gameplay: So viel Freiheit gab es lange nicht mehr
Der größte Unterschied zu den jüngeren 3D-Mario-Spielen liegt im Aufbau der Welten. Während Super Mario Galaxy und Super Mario Galaxy 2 überwiegend auf klar vorgegebene Wege und abgeschlossene Herausforderungen setzten, orientiert sich Odyssey stärker an Super Mario 64 und Super Mario Sunshine. Jedes Königreich bildet einen eigenen, frei erkundbaren Spielbereich mit individuellen Aufgaben und versteckten Geheimnissen. Im Wüstenland durchstreift ihr die Ruinen einer alten Stadt, im Forstland erkundet ihr einen ungewöhnlichen Wald voller Roboter und Pflanzen, während euch New Donk City mit Hochhäusern, Straßenverkehr und einer lebendigen Großstadt empfängt. Hinzu kommen tropische Strände, verschneite Landschaften und das kulinarisch gestaltete Schlemmerland. Die Schauplätze unterscheiden sich nicht nur optisch voneinander, sondern besitzen jeweils eigene Gegner, Bewegungsmöglichkeiten und Rätsel. Besonders New Donk City fällt aus dem gewohnten Mario-Stil heraus. Zwischen den realistisch proportionierten Menschen wirkt der kleine Klempner mit seiner großen Nase zunächst beinahe fehl am Platz. Nach kurzer Zeit gehört gerade dieser Kontrast zu den interessantesten Eigenheiten des Spiels.
Das wichtigste Sammelobjekt sind diesmal die Power-Monde. Sie liefern die Energie für die Odyssey und ermöglichen es, weitere Königreiche anzusteuern. Für den Fortschritt benötigt ihr jeweils eine bestimmte Anzahl, wie ihr diese zusammenbekommt, bleibt jedoch weitgehend euch überlassen. Manche Monde liegen gut sichtbar auf dem Weg, andere verbergen sich hinter kniffligen Rätseln, anspruchsvollen Geschicklichkeitspassagen oder ungewöhnlichen Nebenaufgaben. Ihr nehmt an Wettrennen teil, sucht verlorene Schafe, entdeckt versteckte Räume oder untersucht auffällige Stellen in der Umgebung. Immer wieder stellt sich die Frage, ob hinter einer unscheinbaren Ecke nicht noch ein weiterer Mond verborgen sein könnte. Anders als in Super Mario 64 werdet ihr nach dem Einsammeln eines Power-Mondes normalerweise nicht aus der Welt geworfen. Ihr könnt eure Erkundung direkt fortsetzen, wodurch ein angenehmer Spielfluss entsteht. Selbst wenn das eigentliche Ziel längst erreicht ist, beschäftigt man sich häufig noch mit einer zusätzlichen Aufgabe, die gerade erst entdeckt wurde.
Ganz ohne Schwächen funktioniert dieses Sammelprinzip allerdings nicht. Die Qualität der über 800 regulär auffindbaren Power-Monde schwankt deutlich. Während einige Herausforderungen mehrere Versuche und präzises Timing verlangen, bekommt ihr andere bereits für einfache Aktionen oder den Kauf im örtlichen Geschäft. Gerade weil jeder Mond für den Fortschritt grundsätzlich gleich viel zählt, wirken besonders aufwendig erspielte Belohnungen gelegentlich etwas unspektakulär. Auch wiederholen sich bestimmte Aufgaben, etwa das Finden versteckter Stellen oder das Absolvieren ähnlicher Zeitprüfungen. Wer lediglich die Hauptgeschichte abschließen möchte, wird davon kaum gestört. Beim Versuch, wirklich jeden Mond einzusammeln, fallen die Unterschiede dagegen stärker ins Gewicht. Dafür bietet Odyssey auch nach dem Abspann zusätzliche Aufgaben und anspruchsvolle Bonusbereiche, die erfahrenen Spielern noch einiges abverlangen.
Mit Cappy wird jeder Gegner zur neuen Spielfigur
Die wichtigste spielerische Neuerung ist das sogenannte Capern. Wirft Mario seine Mütze auf bestimmte Gegner oder Gegenstände, übernimmt er vorübergehend deren Kontrolle und erhält Zugriff auf ihre Fähigkeiten. Das beginnt bereits im Hutland mit einem Frosch, der wesentlich höher springen kann als Mario selbst. Später steuert ihr unter anderem Kugelwillis, Gumbas, Cheep-Cheeps, Hammer-Brüder und sogar einen riesigen Tyrannosaurus Rex. Dabei verändert sich nicht nur das Aussehen der Spielfigur, sondern auch ihre Fortbewegung und der Umgang mit Hindernissen. Als Kugelwilli fliegt ihr über tiefe Abgründe, mit einem Cheep-Cheep erkundet ihr Unterwasserbereiche und als Hammer-Bruder zertrümmert ihr Hindernisse, die Mario allein nicht beseitigen könnte. Einige dieser Verwandlungen sind nur für kurze Rätsel vorgesehen, andere werden über längere Strecken eingesetzt.
Entscheidend ist, dass Nintendo die unterschiedlichen Fähigkeiten sinnvoll in das Leveldesign integriert. Seht ihr beispielsweise eine Plattform, die Mario mit normalen Sprüngen nicht erreichen kann, lohnt sich ein Blick auf die Kreaturen in der Umgebung. Häufig liegt die Lösung darin, ihre besonderen Eigenschaften zu nutzen. Manchmal führen aber auch geschickte Sprungkombinationen ans Ziel. Dadurch entstehen verschiedene Wege, eine Herausforderung zu meistern, ohne dass euch das Spiel ständig die Lösung vorgibt. Besonders gelungen sind die Momente, in denen ihr erstmals einen bislang gefährlichen Gegner kontrollieren dürft und plötzlich dessen Stärken für euch nutzt. Allerdings schöpft nicht jede Verwandlung ihr Potenzial vollständig aus. Manche Gegenstände lassen sich lediglich ein paar Meter bewegen und werden anschließend nicht mehr benötigt. Das schmälert die Vielfalt etwas, ändert aber wenig daran, dass die Capture-Mechanik zu den besten Neuerungen gehört, die Nintendo der 3D-Mario-Reihe spendiert hat.
Neben den Power-Monden gibt es in jedem Königreich zahlreiche Münzen zu entdecken. Die gewöhnlichen goldenen Münzen dienen als Zahlungsmittel, während die lilafarbenen Regionalmünzen ausschließlich im jeweiligen Königreich eingesetzt werden können. In den Crazy-Cap-Geschäften kauft ihr damit neue Kleidungsstücke, Hüte und Dekorationen für euer Luftschiff. Besonders die Kostüme sind eine nette Ergänzung, denn Mario darf unter anderem als Pirat, Astronaut, Bauarbeiter oder in klassischer Retro-Kleidung auftreten. Einige Outfits werden sogar benötigt, um bestimmte Bereiche betreten zu können. Die meisten dienen allerdings ausschließlich der optischen Abwechslung und beeinflussen eure Fähigkeiten nicht. Dazu kommen zahlreiche Anspielungen auf frühere Nintendo-Spiele. Besonders gelungen sind die versteckten 2D-Abschnitte, in denen Mario plötzlich als klassische 8-Bit-Figur über Plattformen springt. Diese Passagen sind geschickt in die dreidimensionalen Welten eingebaut und fühlen sich trotz des Perspektivwechsels wie ein selbstverständlicher Bestandteil des Abenteuers an.
Steuerung: Präzise Sprünge mit kleinen Einschränkungen
Bei der Steuerung zeigt Super Mario Odyssey, wie viel Erfahrung Nintendo inzwischen mit dreidimensionalen Jump ’n’ Runs gesammelt hat. Mario reagiert unmittelbar auf die Eingaben und verfügt über ein umfangreiches Bewegungsrepertoire. Neben gewöhnlichen Sprüngen beherrscht er wieder den Dreifachsprung, Rückwärtssalto, Weitsprung, Wandsprung und die Stampfattacke. Neu hinzu kommen verschiedene Möglichkeiten, Cappy in die Sprungbewegungen einzubeziehen. Wer seine Mütze im richtigen Moment nach vorne schleudert, kann sie kurzzeitig als Plattform nutzen und dadurch deutlich größere Entfernungen überwinden. Kombiniert mit einem Hechtsprung lassen sich sogar Stellen erreichen, die zunächst unerreichbar erscheinen. Das funktioniert besonders gut, weil Mario beim Laufen, Springen und Landen ein nachvollziehbares Bewegungsverhalten besitzt. Ein wenig Übung braucht es trotzdem, bis anspruchsvolle Kombinationen zuverlässig gelingen. Gerade die späteren Bonuslevel verlangen eine sichere Beherrschung der unterschiedlichen Techniken.
Etwas gewöhnungsbedürftig fällt dagegen die Bewegungssteuerung aus. Nintendo empfiehlt, die beiden Joy-Con getrennt in den Händen zu halten, um Cappy durch entsprechende Bewegungen in verschiedene Richtungen werfen zu können. Das funktioniert grundsätzlich gut und kann besonders bei schnellen Gegnerwechseln Vorteile bringen. Die wichtigsten Aktionen lassen sich allerdings ebenso mit den gewöhnlichen Tasten ausführen. Problematisch wird es bei speziellen Mützenwürfen, für die das Spiel Bewegungseingaben vorsieht. Ein versehentlich ausgeführter Wurf kann gerade in schwierigen Passagen störend sein. Mit dem Pro Controller spielt sich Odyssey ebenfalls hervorragend, allerdings fühlt sich das Schütteln des gesamten Controllers weniger natürlich an als mit den einzelnen Joy-Con. Im Handheld-Modus fallen diese Einschränkungen noch deutlicher auf, weil ihr für manche Gesten die gesamte Konsole bewegen müsst. Hier wäre eine vollständig frei belegbare Tastensteuerung die bessere Lösung gewesen.
Die Kamera verrichtet überwiegend gute Arbeit und lässt sich mit dem rechten Analogstick selbst ausrichten. In engen Bereichen oder bei komplizierten Sprüngen stimmt der Blickwinkel allerdings nicht immer, sodass Mario gelegentlich hinter Objekten verschwindet oder Entfernungen schwer einzuschätzen sind. Immerhin fällt das Spiel insgesamt recht einsteigerfreundlich aus. Es gibt keine klassische Lebenanzeige mit begrenzten Versuchen mehr. Verliert Mario seine gesamte Energie oder stürzt in einen Abgrund, wird er am letzten Kontrollpunkt wiederbelebt und verliert lediglich zehn Münzen. Dadurch entstehen kaum längere Unterbrechungen. Anfänger können außerdem einen Hilfemodus aktivieren, der die Orientierung erleichtert und zusätzliche Energie gewährt. Die Kehrseite: Viele der regulären Bosskämpfe und Story-Aufgaben sind selbst für weniger erfahrene Spieler vergleichsweise einfach. Der Schwierigkeitsgrad steigt erst bei einigen optionalen Herausforderungen spürbar an.
Einen lokalen Zweispielermodus gibt es ebenfalls. Während der erste Spieler Mario steuert, übernimmt der zweite Cappy und kann selbstständig durch die Umgebung fliegen, Münzen einsammeln oder Gegner angreifen. Das eignet sich besonders, um jüngere Spieler am Abenteuer zu beteiligen. Einen vollwertigen Koop-Modus wie in Super Mario 3D World sollte man allerdings nicht erwarten. Beide Spieler teilen sich dieselbe Kamera, und die meisten Herausforderungen sind eindeutig auf Mario zugeschnitten. Für ein gemeinsames Abenteuer zwischendurch ist die Funktion eine nette Ergänzung, auf Dauer bleibt der Einzelspielermodus jedoch die deutlich bessere Wahl.
Grafik und Spielwelt: Nintendo setzt auf Abwechslung statt Realismus
Optisch präsentiert sich Super Mario Odyssey ausgesprochen abwechslungsreich. Nintendo kombiniert den bekannten farbenfrohen Mario-Stil mit ungewöhnlichen Landschaften, detaillierten Umgebungen und teilweise überraschend realistischen Elementen. Besonders die Animationen verdienen Anerkennung. Mario reagiert auf seine Umgebung, bekommt Schmutz an die Kleidung, friert in eisigen Gewässern und bewegt sich je nach Untergrund unterschiedlich. Solche Details tragen dazu bei, dass sich die Königreiche lebendig anfühlen. Hinzu kommen zahlreiche kleine Animationen der Gegner und Bewohner, die dem Spiel seinen unverwechselbaren Charakter verleihen. Nicht jede Welt ist gleich aufwendig gestaltet, doch durch die unterschiedlichen Themen entsteht kaum der Eindruck, bereits alles gesehen zu haben.
Technisch überzeugt vor allem die flüssige Darstellung. Super Mario Odyssey läuft auf der Nintendo Switch überwiegend mit 60 Bildern pro Sekunde, was der präzisen Steuerung zugutekommt. Im TV-Modus erreicht das Spiel eine dynamische Auflösung von bis zu 900p, während unterwegs einige grafische Details reduziert werden. Auf dem kleineren Bildschirm wirkt das Bild deshalb stellenweise etwas weicher, an der grundsätzlichen Spielbarkeit ändert sich jedoch wenig. Gelegentlich werden weiter entfernte Objekte vereinfacht dargestellt oder Figuren erst beim Näherkommen detaillierter animiert. Im normalen Spielverlauf fällt das selten störend auf. Ein zusätzlicher Fotomodus erlaubt es außerdem, die Kamera frei zu positionieren, verschiedene Filter auszuprobieren und eigene Schnappschüsse der Reise aufzunehmen.
Sound: Von Orchestermusik bis zum großen Jazz-Auftritt
Musikalisch gehört Super Mario Odyssey zu den abwechslungsreichsten Spielen der gesamten Reihe. Statt ausschließlich auf die bekannten fröhlichen Melodien zu setzen, passt Nintendo die Musik konsequent an die jeweiligen Königreiche an. Im Kaskadenland begleiten kraftvolle orchestrale Klänge die Erkundung zwischen Wasserfällen und Dinosauriern, während das Forstland mit rhythmischen, elektronischen Elementen überrascht. In ruhigeren Gebieten treten zurückhaltende Melodien in den Vordergrund, während hektische Passagen durch schnellere Stücke an Tempo gewinnen. Besonders gelungen sind die fließenden Übergänge zwischen verschiedenen musikalischen Fassungen. Betretet ihr einen der versteckten 2D-Abschnitte, wird die aktuelle Melodie häufig unmittelbar in einen passenden 8-Bit-Sound verwandelt. Dadurch entsteht eine Verbindung zwischen Marios Anfängen auf dem NES und seinem modernen 3D-Abenteuer.
Das musikalische Highlight erwartet euch zweifellos in New Donk City. Bürgermeisterin Pauline, die bereits aus dem ursprünglichen Donkey Kong bekannt ist, übernimmt hier eine besondere Rolle. Ihr Song „Jump Up, Super Star!“ kombiniert eingängigen Big-Band-Jazz mit einer Gesangseinlage und begleitet einen der aufwendigsten Abschnitte des Spiels. Die Kombination aus Musik, Inszenierung und spielbaren Anspielungen auf Marios Vergangenheit macht diesen Moment zu einem Höhepunkt der gesamten Reise. Auch abseits dieses Auftritts überzeugt der Soundtrack mit zahlreichen einprägsamen Stücken, die sich stilistisch deutlich voneinander unterscheiden. Ergänzt werden sie durch die vertrauten Geräusche beim Einsammeln von Münzen, Marios Ausrufe und die unterschiedlichen Laute der Gegner. Die Soundeffekte liefern dabei ein gutes akustisches Feedback, sodass Sprünge, Treffer und Aktionen mit Cappy jederzeit nachvollziehbar bleiben. Vollständig synchronisierte Dialoge gibt es weiterhin nicht. Die Figuren verständigen sich größtenteils durch kurze Sprachausgaben und Texteinblendungen, was zum traditionellen Stil der Serie passt.
Fazit: Eines der besten 3D-Abenteuer von Super Mario
Super Mario Odyssey ist ein hervorragendes 3D-Jump-’n’-Run und gehört zu den stärksten Spielen der Nintendo Switch. Vor allem die Bewegungsfreiheit, das abwechslungsreiche Leveldesign und die neue Capture-Mechanik sorgen dafür, dass sich Marios Reise deutlich von seinen unmittelbaren Vorgängern unterscheidet. Nintendo verbindet die offene Erkundung aus Super Mario 64 mit modernen Spielmechaniken und einer enormen Menge an versteckten Aufgaben. Besonders überzeugend ist, wie selbstverständlich sich Cappy in die bereits ausgezeichnete Steuerung einfügt. Die Vielzahl unterschiedlicher Königreiche, Gegner und Rätsel sorgt dafür, dass es auch nach vielen Spielstunden noch etwas Neues zu entdecken gibt. Dazu kommt ein hervorragender Soundtrack, dessen Höhepunkt der Auftritt von Pauline in New Donk City ist.
Völlig fehlerfrei ist das Abenteuer dennoch nicht. Die Bewegungssteuerung ist gerade unterwegs umständlicher als nötig, die Kamera bereitet gelegentlich Schwierigkeiten und der Zweispielermodus bleibt deutlich hinter den Möglichkeiten eines echten Koop-Abenteuers zurück. Zudem hätte Nintendo die Power-Monde etwas ausgewogener verteilen können. Viele Belohnungen sind zu einfach zu bekommen, während der Schwierigkeitsgrad der Hauptgeschichte erfahrene Spieler nur selten fordert. Wer allerdings sämtliche Geheimnisse entdecken und auch die schweren Herausforderungen nach dem Abspann meistern möchte, findet reichlich Beschäftigung.
Im direkten Vergleich zu Super Mario Galaxy liegt die Stärke von Odyssey weniger in streng inszenierten Plattformpassagen als in der Freiheit, eigene Wege zu finden und mit den Möglichkeiten der Spielwelt zu experimentieren. Genau darin liegt der Reiz dieses Abenteuers. Ob ihr nun gezielt der Geschichte folgt oder stundenlang nach versteckten Power-Monden sucht, bleibt euch selbst überlassen.
Für Mario-Fans ist Super Mario Odyssey deshalb eine klare Kaufempfehlung.
Und wer bei der Suche nach den letzten Sammelobjekten nicht mehr weiterkommt, findet in unserer Super Mario Odyssey Komplettlösung die Fundorte sämtlicher Power-Monde, Regionalmünzen und weiterer Geheimnisse.