Super Mario Party Jamboree

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Super Mario Party Jamboree im Test – Die bislang größte Feier im Pilz-Königreich

Gesamtwertung 8,5

Positiv

  • Sieben abwechslungsreiche Spielbretter
  • Mehr als 110 Minispiele aus zahlreichen Kategorien
  • Jamboree-Partner sorgen für neue taktische Möglichkeiten
  • Profi-Regeln reduzieren einige Zufallselemente

Negativ

  • Jamboree-Partner können Partien stark aus dem Gleichgewicht bringen
  • Für große Online-Modi benötigt jeder Teilnehmer ein eigenes System
  • Einzelspielerangebot bleibt weniger spannend als eine echte Party

Nach Super Mario Party und Mario Party Superstars lädt Nintendo ein drittes Mal auf der Switch zum digitalen Spieleabend. Super Mario Party Jamboree kombiniert das klassische Brettspielprinzip der Reihe mit neuen Spielbrettern, zahlreichen Minispielen, einem Einzelspielermodus und Online-Wettbewerben für bis zu 20 Teilnehmer.

Das Grundprinzip bleibt vertraut: Figuren würfeln sich über ein Spielbrett, sammeln Münzen und versuchen, möglichst viele Sterne zu ergattern. Nach jeder Runde folgt ein Minispiel, das über zusätzliche Einnahmen entscheidet. Jamboree erweitert diese Formel jedoch an mehreren Stellen. Jamboree-Partner können eine Partie vollständig drehen, Profi-Regeln reduzieren einige Zufallselemente und die sieben Bretter bieten deutlich mehr eigene Mechaniken als noch in Super Mario Party.

Mit 22 Figuren, fünf neuen Spielbrettern, zwei überarbeiteten Klassikern und mehr als 110 Minispielen ist Jamboree das umfangreichste Mario Party der ursprünglichen Switch-Generation. Nicht jeder Nebenmodus hält allerdings mit dem starken Hauptspiel mit.

Eine Party will vorbereitet werden

Eine klassische Geschichte besitzt Super Mario Party Jamboree nicht. Stattdessen dient die Party-Plaza als zentraler Treffpunkt. Von hier aus werden die verschiedenen Spielmodi ausgewählt, Musikstücke und Reaktionen freigeschaltet oder Dekorationen angebracht.

Etwas mehr Rahmenhandlung bietet der Einzelspielermodus Partyhelfer-Reise. Kamek benötigt Unterstützung bei den Vorbereitungen für die große Feier. Dafür erkundet man fünf der neuen Spielbretter frei, spricht mit den Bewohnern und erledigt kleinere Aufgaben. Häufig wartet ein Minispiel, gelegentlich muss aber auch ein bestimmter Gegenstand gefunden oder eine einfache Aufgabe auf dem Brett gelöst werden.

Die Partyhelfer-Reise ersetzt keine umfangreiche Kampagne. Sie funktioniert eher als entspannter Rundgang durch die neuen Schauplätze und erklärt dabei deren Besonderheiten. Gleichzeitig werden Mini-Sterne, Dekorationen und weitere Extras gesammelt. Für Solospieler ist der Modus eine nette Ergänzung, kann die Dynamik einer echten Mehrspielerpartie aber nicht vollständig ersetzen.

Bei der Figurenwahl zeigt sich Jamboree großzügig. Insgesamt stehen 22 Charaktere zur Verfügung. Neben Mario, Luigi, Peach, Daisy, Wario und Yoshi treten auch Bowser, Gumba, Buu Huu, Monty Maul und Spike an. Pauline und Ninji feiern ihr Debüt als spielbare Mario-Party-Figuren. Spielerische Unterschiede gibt es zwischen den Charakteren nicht, sodass die Auswahl vollständig nach persönlichem Geschmack erfolgen kann.

Sieben Bretter voller Gemeinheiten

Im Mittelpunkt steht der klassische Mario-Party-Modus für bis zu vier Spieler. Nach einem Würfelwurf bewegt sich die eigene Figur über das Brett. Münzen werden für Sterne, Gegenstände oder besondere Aktionen ausgegeben. Wer nach der festgelegten Rundenzahl die meisten Sterne besitzt, gewinnt.

Jamboree bietet sieben Spielbretter. Fünf wurden neu entwickelt, während Westernland aus Mario Party 2 und Marios Regenbogenburg aus dem ersten Mario Party zurückkehren. Die alten Bretter wurden optisch vollständig überarbeitet und an das heutige Spieltempo angepasst.

Die neuen Schauplätze besitzen deutlich ausgeprägtere Eigenheiten. In einem Einkaufszentrum wechseln regelmäßig die Angebote und Sternpreise. Auf der Rennstrecke werden komplette Runden gefahren, während besondere Würfel für hohe Geschwindigkeiten sorgen. Eine tropische Insel verändert durch Ebbe und Flut ihre Wege, und auf einem anderen Brett kann ein schlafender Mega-Wiggler bewegt werden, wodurch neue Abzweigungen entstehen.

Diese Mechaniken sorgen dafür, dass nicht jede Partie nach demselben Muster abläuft. Gegenstände und Abkürzungen werden wichtiger, weil sich Wege verändern oder ein Stern plötzlich günstiger erhältlich ist. Besonders das Einkaufszentrum bietet zahlreiche Geschäfte und Entscheidungen. Die einzelnen Spielzüge dauern dadurch stellenweise länger, bieten aber auch mehr taktische Möglichkeiten als die kleinen Bretter aus Super Mario Party.

Eine der größten Neuerungen sind die Jamboree-Partner. Gelegentlich erscheint eine bekannte Figur auf dem Brett. Wer sie erreicht, löst ein längeres Challenge-Minispiel aus. Der Gewinner erhält den Partner für mehrere Runden und profitiert von einer individuellen Fähigkeit.

Einige Partner verbessern Würfelwürfe, kopieren Gegenstände oder nehmen vorbeiziehenden Gegnern Münzen ab. Besonders mächtig ist die Möglichkeit, bestimmte Aktionen doppelt auszuführen. Damit lassen sich beispielsweise zwei Sterne auf einmal kaufen. Läuft ein Rivale allerdings am Partner vorbei, kann dieser die Seite wechseln.

Das System erzeugt spannende Wendungen, kann aber auch das Gleichgewicht einer Partie stark verändern. Wer einen Partner im richtigen Moment erhält, baut innerhalb weniger Züge einen erheblichen Vorsprung auf. Außerdem dauern die zugehörigen Challenge-Minispiele deutlich länger als gewöhnliche Wettbewerbe und bremsen dadurch gelegentlich das Spieltempo.

Party-Regeln oder Profi-Regeln?

Mario Party lebt traditionell von einer Mischung aus Können, Planung und vollständigem Chaos. Jamboree versucht erstmals deutlicher, unterschiedliche Vorlieben zu berücksichtigen.

Die normalen Party-Regeln enthalten überraschende Ereignisse und unbekannte Bonussterne. Wer den Zufall reduzieren möchte, kann die Profi-Regeln aktivieren. Dabei wird der Bonusstern bereits vor Spielbeginn genannt, jeder Teilnehmer wählt einen Startgegenstand und bestimmte besonders glücksabhängige Elemente werden angepasst.

Vollständig verschwindet der Zufall nicht. Würfelwürfe, Gegenstände und Brettfelder bleiben weiterhin wichtige Bestandteile. Die Profi-Regeln sorgen aber dafür, dass Entscheidungen und Leistungen in den Minispielen stärker ins Gewicht fallen. Schade ist, dass dieser Modus weniger flexibel eingestellt werden kann als die normale Partie.

Mehr als 110 Minispiele

Die Minispiele gehören zu den größten Stärken von Jamboree. Es gibt klassische Jeder-gegen-jeden-Wettbewerbe, Zwei-gegen-zwei-Duelle, asymmetrische Drei-gegen-eins-Aufgaben und kooperative Herausforderungen.

Mal wird über eine einstürzende Brücke gerannt, mal werden Schneebälle geworfen, Nägel eingeschlagen oder bewegliche Hindernisse vermieden. Die Regeln sind meist innerhalb weniger Sekunden verstanden. Vor jeder Runde kann die Steuerung ausprobiert werden, sodass auch unerfahrene Teilnehmer schnell einsteigen können.

Ein Teil der Aufgaben verwendet die Bewegungssteuerung der Joy-Con. Diese Minispiele können im normalen Party-Modus deaktiviert werden. Wer lieber mit Knöpfen spielt oder einen Pro Controller verwendet, muss daher nicht auf das eigentliche Brettspiel verzichten. Die bewegungsgesteuerten Aufgaben funktionieren allerdings weder online noch auf einer Switch Lite ohne zusätzliche Joy-Con.

Die beworbene Gesamtzahl verteilt sich auf sämtliche Spielbereiche. Dazu gehören auch längere Partner-, Boss- und Spezialspiele. Im normalen Brettspiel wiederholt sich die Auswahl deshalb früher, als die Zahl von über 110 Minispielen zunächst vermuten lässt. Trotzdem ist das Angebot umfangreich und deutlich abwechslungsreicher als in Super Mario Party.

Im Minispiel-Hafen können entdeckte Wettbewerbe frei ausgewählt werden. Zusätzlich stehen Teamkämpfe, tägliche Herausforderungen, Überlebensserien und weitere Zusammenstellungen zur Verfügung. Damit eignet sich Jamboree auch für Gruppen, die keine vollständige Brettspielpartie beginnen möchten.

Bowserathlon und weitere Nebenmodi

Der Bowserathlon lässt bis zu 20 Spieler online gegeneinander antreten. Alle absolvieren gleichzeitig kurze Punkte-Minispiele. Je besser das Ergebnis ausfällt, desto weiter bewegt sich die eigene Figur auf einer Rennstrecke. Nach mehreren Runden wartet eine Bowser-Aufgabe, die das Feld noch einmal durcheinanderbringen kann.

Der Modus funktioniert als schnelle Highscore-Jagd und unterscheidet sich angenehm vom gewöhnlichen Brettspiel. Die Auswahl geeigneter Minispiele ist allerdings begrenzt, wodurch sich Aufgaben bei längeren Sitzungen wiederholen. Offline kann gegen 19 Computergegner gespielt werden.

Im Bowser-Bomberteam kämpfen bis zu acht Teilnehmer online gemeinsam gegen Trug-Bowser. Bomben müssen gesammelt und zu einer Kanone gebracht werden, während der riesige Gegner das Spielfeld verwüstet. Zwischen den Angriffsrunden warten kooperative Minispiele, über die hilfreiche Gegenstände verdient werden.

Daneben gibt es die Rhythmus-Küche, die Toad-Fabrik und die Parakoopa-Flugschule. Diese Modi setzen stark auf Bewegungssteuerung. Sie liefern unterhaltsame Ideen für einige Runden, besitzen aber deutlich weniger Tiefe als das Brettspiel oder der Minispiel-Hafen. Für Bowserathlon und Bowser-Bomberteam benötigt jeder menschliche Online-Teilnehmer zudem ein eigenes System.

Eine lebendige Partyinsel

Optisch gehört Jamboree zu den aufwendigsten Teilen der Reihe. Die Spielbretter stecken voller kleiner Animationen und beweglicher Elemente. Im Einkaufszentrum fahren Rolltreppen, auf Westernland zieht eine Dampflok über die Karte und auf der tropischen Insel verändert das Wasser sichtbar die Landschaft.

Die Figuren reagieren mit übertriebener Mimik auf Siege, gestohlene Sterne und misslungene Würfe. Trotz der vielen Effekte bleibt das Geschehen übersichtlich. Auch technisch hinterlässt die ursprüngliche Switch-Fassung einen stabilen Eindruck – sowohl im Handheld- als auch im TV-Modus.

Musikalisch erhält jedes Brett ein eigenes Thema, das sich teilweise an besondere Ereignisse anpasst. Bekannte Mario-Melodien treffen auf fröhliche Partyklänge und dramatischere Bowser-Stücke. Die kurzen Ausrufe der Figuren wiederholen sich bei langen Partien häufig, passen aber zum lebhaften Gesamtbild.

Viel Inhalt mit unterschiedlicher Tiefe

Sieben Spielbretter, mehr als 110 Minispiele, 22 Figuren und zahlreiche Zusatzmodi ergeben ein umfangreiches Paket. Party-Punkte schalten Musik, Reaktionen und Dekorationen für die Plaza frei. Mehrere Bretter und Figuren werden erst durch den steigenden Spielerrang zugänglich, wodurch auch Solospieler zusätzliche Ziele erhalten.

Der eigentliche Wiederspielwert entsteht jedoch durch menschliche Mitspieler. Zufällige Ereignisse, Gegenstände und Jamboree-Partner sorgen dafür, dass selbst bekannte Bretter neue Geschichten erzählen. Allein funktionieren Partyhelfer-Reise, Minispiel-Hafen und Computergegner ordentlich, erreichen aber nicht die Schadenfreude und Diskussionen einer gemeinsamen Runde.

Seit dem 24. Juli 2025 existiert außerdem eine kostenpflichtige Nintendo Switch 2 Edition + Jamboree TV mit neuen Regeln sowie Kamera-, Mikrofon- und Mausfunktionen. Diese Erweiterungen gehören nicht zur hier bewerteten ursprünglichen Switch-Fassung.

Fazit

Super Mario Party Jamboree vereint die besten Ideen der beiden vorherigen Switch-Ableger. Die abwechslungsreichen Bretter und die klassischen Regeln erinnern an Mario Party Superstars, während Bewegungssteuerung und ungewöhnliche Nebenmodi an Super Mario Party anknüpfen.

Die sieben Spielbretter bieten genügend eigene Mechaniken, um langfristig interessant zu bleiben. Jamboree-Partner erzeugen spektakuläre Wendungen und die Profi-Regeln geben erfahreneren Gruppen mehr Kontrolle über den Zufall. Besonders die umfangreiche und überwiegend gelungene Minispielauswahl sorgt für zahlreiche unterhaltsame Wettbewerbe.

Nicht jede Erweiterung überzeugt gleichermaßen. Parakoopa-Flugschule, Toad-Fabrik und Rhythmus-Küche sind nette Zugaben, verlieren aber schnell ihren Reiz. Die Partner-Herausforderungen verlängern ohnehin schon ausgedehnte Partien und können das Gleichgewicht stark verschieben. Auch Bowserathlon und Bowser-Bomberteam entfalten ihre Möglichkeiten nur mit einer stabilen Onlineverbindung und mehreren Systemen vollständig.

Für Familien, Freundesgruppen und Mario-Party-Fans ist Jamboree trotzdem das rundeste Gesamtpaket der ursprünglichen Switch-Generation. Solospieler erhalten mehr Beschäftigung als in früheren Teilen, doch die wahre Stärke zeigt sich weiterhin dort, wo Mario Party hingehört: gemeinsam vor einem Bildschirm.

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