Mario Golf: Super Rush

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Mario Golf: Super Rush – Review

Gesamtwertung 7,5

Positiv

  • Leicht verständliche Golfsteuerung
  • Spin, Wind und Gelände ermöglichen taktische Schläge
  • Speed Golf ist eine gelungene und originelle Neuerung
  • Sehr unterhaltsamer lokaler Mehrspielermodus

Negativ

  • Interessante Mechaniken werden zu selten weiterentwickelt
  • Musik und Inszenierung bleiben unauffällig
  • Bewegungssteuerung ist weniger präzise als die Tastenbedienung
  • Golf-Abenteuer bleibt oberflächlich und kurz

Mit Mario Golf: Super Rush kehren Mario, Luigi, Peach, Bowser und zahlreiche weitere Figuren auf den Golfplatz zurück. Dabei setzt der Nintendo-Switch-Ableger nicht ausschließlich auf ruhige Runden und präzise Schläge. Im neuen Speed-Golf-Modus laufen die Teilnehmer nach jedem Abschlag selbst über den Platz, rempeln ihre Mitspieler an und versuchen, den eigenen Ball so schnell wie möglich einzulochen.

Neben dem klassischen Golf stehen unter anderem Battle Golf, Ziel-Golf, Bewegungssteuerung und ein eigenes Golf-Abenteuer zur Verfügung. Über mehrere kostenlose Aktualisierungen wurde das Spiel nach seiner Veröffentlichung außerdem um zusätzliche Figuren und Plätze erweitert.

Mario Golf: Super Rush bietet damit inzwischen ein deutlich umfangreicheres Gesamtpaket als zum ursprünglichen Verkaufsstart. Auf dem Golfplatz überzeugt das Spiel mit einer leicht verständlichen Steuerung und unterhaltsamen Mehrspielermodi. Beim Einzelspieler-Abenteuer und der Präsentation bleibt jedoch einiges an Potenzial ungenutzt.

Gameplay und Mechaniken: Zwischen Präzision und Wettrennen

Die grundlegende Steuerung ist schnell erklärt. Vor einem Schlag werden Entfernung, Windrichtung, Höhenunterschied und Beschaffenheit des Bodens angezeigt. Anschließend wählen wir den passenden Schläger, bestimmen die Richtung und legen über eine Leiste die gewünschte Schlagstärke fest.

Bereits nach wenigen Minuten lassen sich brauchbare Ergebnisse erzielen. Wer den Ball jedoch gezielt neben der Fahne platzieren möchte, muss deutlich mehr beachten. Wind kann einen hohen Schlag seitlich abtreiben, Steigungen verändern die Flugbahn und ein Ball rollt auf einem schnellen Grün wesentlich weiter als auf weichem Untergrund.

Zusätzlich können wir dem Ball Topspin, Backspin oder eine seitliche Kurve verleihen. Mit etwas Übung lassen sich dadurch Hindernisse umgehen oder Bälle nach der Landung gezielt abbremsen. Gerade auf den späteren Golfplätzen ist es häufig sinnvoller, einen kontrollierten Schlag auszuführen, anstatt immer die maximale Entfernung anzustreben.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Genauigkeit der Schläge. Je stärker wir den Ball treffen, desto größer wird ein markierter Risikobereich auf der Schlagleiste. Innerhalb dieses Bereichs kann der Ball leicht von der geplanten Richtung abweichen. Dadurch entsteht eine kleine Zufallskomponente, die besonders bei wichtigen Schlägen ärgerlich werden kann.

Trotzdem funktioniert das klassische Golf sehr gut. Bis zu vier Teilnehmer können nacheinander oder gleichzeitig spielen. Beim gleichzeitigen Modus wartet niemand lange auf die anderen Spieler, wodurch auch eine Runde über 18 Löcher angenehm flott abläuft.

Die größte Besonderheit ist das Speed Golf. Nach dem gemeinsamen Abschlag laufen sämtliche Figuren zu ihren Bällen. Neben der Anzahl der Schläge spielt hier auch die benötigte Zeit eine wichtige Rolle. Wer schnell unterwegs ist, kann einen zusätzlichen Schlag teilweise wieder ausgleichen.

Beim Rennen verbrauchen die Figuren Ausdauer. Münzen und Herzen füllen die Leiste wieder auf, während Hindernisse und gegnerische Angriffe wertvolle Sekunden kosten. Jede Figur besitzt außerdem einen Spezial-Sprint. Damit können wir schneller über den Platz gelangen und gleichzeitig Konkurrenten aus dem Weg stoßen.

Speed Golf funktioniert besonders gut mit mehreren menschlichen Spielern. Auf dem Fairway laufen plötzlich Mario, Bowser und Donkey Kong durcheinander, während überall Bälle landen und Spezialfähigkeiten ausgelöst werden. Trotz des Chaos bleiben gute Golfschläge wichtig. Wer seinen Ball ständig in Bunker oder Wasserhindernisse befördert, wird auch mit dem schnellsten Charakter kaum gewinnen.

Noch hektischer geht es im Battle Golf zu. Hier befinden sich mehrere Löcher gleichzeitig in einer kompakten Arena. Wer zuerst drei davon erobert, gewinnt. Bomben, Bananenschalen und Spezialschläge sorgen dafür, dass ein sicher geglaubter Erfolg jederzeit verloren gehen kann. Der Modus ist eine unterhaltsame Idee, bietet mit nur einer richtigen Arena aber zu wenig Abwechslung.

Weniger umfangreich ist Ziel-Golf. Dabei schlagen wir die Bälle auf große Zielscheiben und erhalten abhängig vom getroffenen Bereich Punkte. Der Modus eignet sich gut für kurze Runden und unerfahrene Mitspieler, besitzt aber nicht die Tiefe der anderen Varianten.

Alternativ zur Tastensteuerung kann ein einzelner Joy-Con wie ein echter Golfschläger geschwungen werden. Für lockere Familienrunden ist das durchaus spaßig. Präzise Schläge und zuverlässige Ergebnisse gelingen mit den normalen Tasten allerdings deutlich besser.

Story und Atmosphäre: Ein kurzes Golf-Abenteuer

Im Golf-Abenteuer übernehmen wir die Kontrolle über ein selbst erstelltes Mii. Als Anfänger beginnt unsere Figur in einem Trainingslager und möchte sich Schritt für Schritt zu einem erfolgreichen Golfspieler entwickeln.

Durch abgeschlossene Aufgaben sammeln wir Erfahrungspunkte und verbessern Werte wie Kraft, Geschwindigkeit, Ausdauer, Kontrolle und Spin. Zusätzlich können Kleidungsstücke und neue Golfschläger gekauft werden, die auf bestimmten Plätzen kleinere Vorteile bieten.

Zu Beginn funktioniert das Abenteuer als verständliche Einführung. Die verschiedenen Schlagtechniken werden nach und nach erklärt, bevor Speed Golf und ungewöhnlichere Herausforderungen hinzukommen. Gelegentlich verlassen wir sogar den normalen Turnierbetrieb und treten in kleinen Bosskämpfen an.

Leider wird aus diesen guten Ansätzen kein richtiges Sport-Rollenspiel. Die Geschichte bleibt sehr dünn, viele Gespräche wirken belanglos und unser Mii entwickelt kaum eine eigene Persönlichkeit. Das Abenteuer fühlt sich deshalb über weite Strecken wie ein ausführliches Tutorial an.

Besonders schade ist, dass einige interessante Ideen nur kurz verwendet werden. Cross-Country-Golf lässt uns beispielsweise mehrere Löcher in selbst gewählter Reihenfolge spielen. Die Suche nach einer guten Route passt hervorragend zum offenen Aufbau eines Golfplatzes, kann durch steile Felsen und ein knappes Schlaglimit aber auch frustrieren. Außerhalb des Abenteuers lässt sich diese Variante nicht regulär auswählen.

Auf den Plätzen selbst ist die Mario-Atmosphäre unterschiedlich stark ausgeprägt. Bonny Greens oder Rookie Course erinnern eher an gewöhnliche Golfanlagen. Bowser Highlands setzt dagegen auf Lava, Kettenhunde und weitere Hindernisse aus dem Pilz-Königreich.

Durch kostenlose Updates kamen unter anderem New Donk City, Shelltop Sanctuary und All-Star Summit hinzu. Diese Plätze wirken deutlich verspielter. New Donk City besteht aus kompakten Par-3-Löchern zwischen Straßen und Gebäuden, während All-Star Summit seine Bahnen in Form bekannter Mario-Figuren gestaltet.

Insgesamt stehen in der vollständig aktualisierten Version elf Plätze zur Verfügung. Das ist ein ordentlicher Umfang, auch wenn einige Kurse optisch etwas leer wirken.

Technik: Flüssige Partien auf schlichten Plätzen

Technisch läuft Mario Golf: Super Rush überwiegend stabil. Das ist besonders im Speed Golf wichtig, da sich mehrere Figuren gleichzeitig über große Bereiche des Platzes bewegen. Die Steuerung reagiert zuverlässig und wichtige Informationen bleiben jederzeit gut erkennbar.

Die Charaktere sind farbenfroh gestaltet und besitzen eigene Animationen für Spezial-Sprints, erfolgreiche Schläge und misslungene Versuche. Auch die unterschiedlichen Bewegungen der Figuren sorgen dafür, dass Bowser, Rosalina oder Koopa nicht nur wie ausgetauschte Modelle wirken.

Bei den Umgebungen fällt die Qualität dagegen schwächer aus. Große Grasflächen besitzen wenig Details und einige Hintergründe wirken leer. Besonders die traditionellen Plätze könnten beinahe aus einem gewöhnlichen Golfspiel stammen. Mehr bewegliche Elemente, Zuschauer und typische Mario-Gegner hätten den Kursen deutlich mehr Persönlichkeit verliehen.

Auch die Musik bleibt überwiegend im Hintergrund. Die Stücke passen zum schnellen Spielablauf, erreichen aber nur selten den Wiedererkennungswert anderer Mario-Spiele. Technische Fehler oder schwerwiegende Bugs traten in unseren Partien nicht störend in Erscheinung.

Fazit

Mario Golf: Super Rush bietet ein zugängliches und trotzdem taktisches Golfspiel. Die Steuerung ist schnell gelernt, während Wind, Spin, Höhenunterschiede und verschiedene Untergründe genügend Möglichkeiten für gezielte Verbesserungen bieten.

Seine größte Stärke zeigt das Spiel im Mehrspielermodus. Klassische Golfpartien funktionieren angenehm unkompliziert, während Speed Golf aus dem ruhigen Sport ein unterhaltsames Wettrennen macht. Battle Golf sorgt ebenfalls für chaotische Momente, hätte aber dringend weitere Arenen benötigt.

Die nachträglich ergänzten Figuren und Plätze machen die aktuelle Version deutlich vollständiger. Besonders die später hinzugefügten Kurse bringen mehr Mario-Atmosphäre in das Spiel.

Weniger überzeugend ist das Golf-Abenteuer. Die Rollenspielelemente sorgen kurzzeitig für Motivation, doch die Geschichte bleibt oberflächlich und endet, bevor sich die interessanteren Ideen richtig entwickeln können. Auch die teilweise leeren Umgebungen und das vereinfachte Genauigkeitssystem verhindern eine höhere Wertung.

Wer hauptsächlich allein spielen und eine umfangreiche Karriere erleben möchte, wird schnell an die Grenzen des Spiels stoßen. Für gemeinsame Runden auf dem Sofa ist Mario Golf: Super Rush dagegen eine gelungene Mischung aus leicht verständlichem Golf und typischem Mario-Chaos.

Mario Golf: Super Rush trifft das Grün zuverlässig und sorgt besonders mit Freunden für unterhaltsame Runden. Für ein Hole-in-one fehlen dem Einzelspieler-Abenteuer und der Präsentation jedoch die letzten entscheidenden Schläge.

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