Mario & Luigi: Brothership

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Mario & Luigi: Brothership

Gesamtwertung 7,5

Positiv

  • Hervorragend animierte Mario-Brüder
  • Unterhaltsames, reaktionsbasiertes Kampfsystem Effektstecker ermöglichen verschiedene Strategien
  • Abwechslungsreiche Inseln und sympathische Charaktere
  • Gelungene Mischung aus Rollenspiel, Rätseln und Geschicklichkeit

Negativ

  • Sehr langsamer Spielbeginn
  • Zu viele Dialoge und Unterbrechungen
  • Einige Aufgaben und Kämpfe wiederholen sich

Neun Jahre mussten Fans auf ein komplett neues Abenteuer von Mario und Luigi warten. Mit Mario & Luigi: Brothership kehrt die Rollenspielreihe auf die Nintendo Switch zurück und wagt den Sprung in eine dreidimensionale Welt. Statt eines zusammenhängenden Königreichs erwartet die Brüder eine bunte Inselwelt, die Stück für Stück wieder verbunden werden muss.

Brothership bringt vieles mit, was die Reihe auszeichnet: humorvolle Dialoge, ausdrucksstarke Animationen und ein rundenbasiertes Kampfsystem, bei dem gutes Timing genauso wichtig ist wie die richtige Ausrüstung. Gleichzeitig ist das Abenteuer deutlich größer als seine Vorgänger. Genau darin liegt auch seine größte Schwäche, denn nicht jede Spielstunde hält dieses Niveau.

Story & Charaktere: Gemeinsam gegen die Trennung

Mario und Luigi werden durch einen geheimnisvollen Strudel aus dem Pilz-Königreich gerissen und landen in Konektania. Die einst verbundene Welt ist in zahlreiche Inseln zerbrochen, die getrennt über das Meer treiben. Ursache dafür ist der zerstörte Konektarbor, der früher alle Landmassen miteinander verknüpfte.

Gemeinsam mit der jungen Connetta und ihrem fliegenden Begleiter Wattz machen sich die Brüder daran, die Inseln wieder zusammenzuführen. Als zentrale Basis dient Kapitarbora, eine ungewöhnliche Mischung aus Schiff und Insel. Von dort aus folgen Mario und Luigi verschiedenen Meeresströmungen und lassen sich mit einer Kanone in neue Gebiete schießen.

Die Handlung greift das Thema Verbindung konsequent auf. Es geht um Freundschaften, Familien, Dorfgemeinschaften und natürlich um die besondere Beziehung zwischen Mario und Luigi. Für ein Mario-Spiel nimmt sich Brothership überraschend viel Zeit für seine Nebenfiguren. Auf den Inseln begegnet das Duo Bewohnern mit eigenen Problemen und persönlichen Geschichten.

Dabei bleibt die Erzählung angenehm leicht und familienfreundlich. Der Humor entsteht vor allem durch die Körpersprache der Brüder. Luigi stolpert, erschrickt oder kommt auf scheinbar verrückte Ideen, während Mario versucht, die Situation unter Kontrolle zu halten. Nicht jede Unterhaltung ist spannend, doch die charmanten Figuren tragen die Geschichte.

Gameplay & Mechanik: Inseln, Rätsel und aktive Kämpfe

Die verschiedenen Inseln bilden das Herz des Spiels. Jede Region besitzt ein eigenes Thema, neue Bewohner und eine kleine Geschichte. Mal helfen Mario und Luigi bei einem Fest, mal schlichten sie einen Streit oder untersuchen merkwürdige Ereignisse. Das Ziel bleibt meist ähnlich: Die Brüder müssen den Leuchtturm der jeweiligen Insel erreichen und sie anschließend mit Kapitarbora verbinden.

Auf dem Weg warten Sprungpassagen, Schalterrätsel, Suchaufgaben und zahlreiche Gegner. Die Gebiete sind kompakt, bieten aber genügend unterschiedliche Kulissen und Ideen. Besonders motivierend ist, dass sich bereits besuchte Inseln nach ihrer Verbindung teilweise verändern. Neue Figuren tauchen auf, zusätzliche Wege öffnen sich und gelegentlich werden weitere Aufgaben freigeschaltet.

Eine frei befahrbare Oberwelt sollte man jedoch nicht erwarten. Kapitarbora bewegt sich entlang festgelegter Strömungen. Später stehen mehrere Routen zur Auswahl, dennoch bleibt die Reise stärker vorgegeben, als die Seekarte vermuten lässt. Wer direkt zur nächsten Hauptmission möchte, muss deshalb gelegentlich einen Umweg oder eine kurze Wartephase in Kauf nehmen.

Die Kämpfe bleiben die größte Stärke von Brothership. Grundsätzlich wird rundenbasiert gekämpft, doch fast jede Aktion verlangt einen passenden Tastendruck. Gut getimte Eingaben verstärken Angriffe, helfen beim Ausweichen oder ermöglichen direkte Konter. Mario wird hauptsächlich mit der A-Taste gesteuert, Luigi reagiert bei Aktionskommandos auf die B-Taste.

Schon normale Sprünge und Hammerschläge werden von beiden Brüdern gemeinsam ausgeführt. Dadurch wirken selbst Standardangriffe dynamisch. Die Gegner verfügen über unterschiedliche Angriffsmuster. Kleine Bewegungen verraten, welcher Bruder angegriffen wird und aus welcher Richtung die Attacke kommt. Erfolgreiches Ausweichen bleibt deshalb lange befriedigend.

Besonders spektakulär sind die Paar-Attacken. Mario und Luigi schleudern Panzer über das Kampffeld, führen akrobatische Kombinationen aus oder verwandeln ihre Spezialmanöver in kleine Reaktionsspiele. Diese Attacken sind stark, humorvoll inszeniert und gehören zu den Höhepunkten des Abenteuers.

Neu sind die Effektstecker. Sie werden vor einem Kampf ausgerüstet und verändern bestimmte Aktionen. Einige erhöhen den Schaden, andere treffen mehrere Gegner, verbessern die Verteidigung oder setzen automatisch Heilgegenstände ein. Spannend wird das System durch die Kombination verschiedener Effekte. Da jeder Stecker nur begrenzt einsetzbar ist und sich anschließend aufladen muss, lohnt sich regelmäßiges Wechseln.

Leider öffnet Brothership seine spielerischen Möglichkeiten nur langsam. In den ersten Stunden stehen wenige Angriffe und Effektstecker zur Verfügung. Dadurch wiederholen sich normale Begegnungen schneller als nötig. Erst später zeigt das Kampfsystem seine volle Stärke und erlaubt deutlich mehr taktische Varianten.

Auch Luigi erhält außerhalb der Kämpfe eigene Aufgaben. An bestimmten Stellen entwickelt er eine sogenannte Luigidee. Dann bedient er Schalter, sammelt Gegenstände ein oder findet ungewöhnliche Lösungen für Rätsel und Bosskämpfe. Das passt hervorragend zu seinem Charakter, nimmt dem Spieler aber etwas direkte Kontrolle. Luigi wirkt häufiger wie ein selbstständiger Begleiter als wie eine gleichberechtigte zweite Spielfigur.

Gewöhnungsbedürftig ist außerdem die Menüführung im Kampf. Obwohl Luigis Aktionskommandos mit B ausgeführt werden, werden seine Menübefehle mit A bestätigt. Wer ältere Teile kennt, greift anfangs schnell zur falschen Taste. Größere spielerische Bugs treten nicht ständig auf, kleinere technische Schwächen und gelegentliche Verzögerungen stören den Ablauf aber spürbar.

Grafik & Sound: Ausdrucksstark, bunt und nicht immer flüssig

Optisch ist Brothership der aufwendigste Serienteil. Der 3D-Stil überträgt die überzeichneten Animationen der Handheld-Vorgänger überzeugend auf die Switch. Mario und Luigi werden gestaucht, gedehnt, durch die Luft geschleudert und reagieren mit herrlich übertriebener Mimik.

Diese Animationen geben dem Spiel seinen besonderen Charme. Selbst kurze Zwischensequenzen oder kleine Bewegungen stecken voller Persönlichkeit. Auch spielerisch sind sie wichtig, weil Gegner durch ihre Körperhaltung häufig verraten, welche Attacke als Nächstes folgt.

Die Inseln sind farbenfroh gestaltet und klar voneinander zu unterscheiden. Technisch gehört das Spiel nicht zu den detailreichsten Switch-Titeln, der saubere Comic-Look passt aber hervorragend zur Reihe. Die Musik begleitet die Reise mit fröhlichen Inselmelodien und energischen Kampfthemen. Eine umfangreiche Sprachausgabe gibt es nicht; stattdessen setzen die Figuren auf kurze Ausrufe, Geräusche und ihre starke Körpersprache.

Weniger überzeugend ist die Performance. In späteren Gebieten oder bei vielen Effekten kann die Bildrate sichtbar sinken. Auch die Ladezeiten vor und nach Kämpfen fallen teilweise länger aus, als es dem Spielfluss guttut. Unspielbar wird Brothership dadurch nicht, bei einem Kampfsystem mit präzisen Timing-Eingaben sind solche Schwankungen dennoch ärgerlich.

Umfang & Wiederspielwert: Großes Abenteuer mit einigen Längen

Brothership ist deutlich umfangreicher als viele frühere Teile der Reihe. Die Hauptgeschichte beschäftigt über viele Spielabende hinweg. Wer Nebenmissionen erledigt, Materialien sammelt und bereits verbundene Inseln erneut besucht, kann zusätzliche Zeit investieren.

Der Umfang ist jedoch nicht durchgehend ein Vorteil. Das Spiel erklärt viele Mechaniken ausführlich, unterbricht regelmäßig für Gespräche und führt wichtige Funktionen spät ein. Manche Aufgaben beginnen mit mehreren Dialogen, werden unterwegs erneut kommentiert und enden mit einer weiteren Gesprächsrunde. Dadurch verliert das Abenteuer immer wieder an Tempo.

Auch die Nebenmissionen überzeugen nicht alle gleichermaßen. Einige erzählen sympathische kleine Geschichten, andere schicken Mario und Luigi lediglich zurück in bekannte Gebiete oder verlangen das Sammeln bestimmter Gegenstände. Die Belohnungen sind gelegentlich nützlich, rechtfertigen den Aufwand aber nicht immer.

Nach dem Abschluss bietet Brothership keinen völlig neuen Spielmodus. Verpasste Aufgaben, optionale Begegnungen und Effektstecker-Kombinationen liefern dennoch zusätzliche Beschäftigung. Der Wiederspielwert entsteht daher eher durch Vollständigkeit und Experimentierfreude als durch eine grundlegend veränderte zweite Runde.

Fazit

Mario & Luigi: Brothership ist eine gelungene Rückkehr für Nintendos berühmtestes Brüderpaar. Das aktive Kampfsystem, die fantasievollen Paar-Attacken und die ausdrucksstarken Animationen zeigen, warum diese Rollenspielreihe bis heute so viele Fans besitzt. Besonders später, wenn mehr Effektstecker und Spezialangriffe zur Verfügung stehen, entwickeln die Kämpfe eine starke Mischung aus Taktik, Timing und Humor.

Die abwechslungsreichen Inseln, die sympathischen Nebenfiguren und das zentrale Thema rund um Verbindungen sorgen für viele schöne Momente. Gleichzeitig hätte dem Abenteuer eine straffere Struktur gutgetan. Der langsame Einstieg, lange Dialogpassagen, wiederkehrende Aufgaben und kleinere technische Probleme bremsen den Spielfluss häufiger aus.

Fans der Reihe erhalten trotzdem ein charmantes, umfangreiches und spielerisch starkes Rollenspiel. Auch Neueinsteiger können problemlos mit Brothership beginnen, sollten aber Geduld für das gemächliche Tempo mitbringen. Wer aktive Rundengefechte, bunte Welten und den typischen Humor von Mario und Luigi mag, findet hier eine Reise, die trotz einiger Umwege klar empfehlenswert bleibt.

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