Super Mario Party

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Super Mario Party Review – Würfelglück mit starken Minispielen

Gesamtwertung 8,5

Positiv

  • 80 abwechslungsreiche und leicht verständliche Minispiele
  • Rückkehr zur klassischen Einzelbewegung auf dem Spielbrett
  • Persönliche Würfel sorgen für zusätzliche Entscheidungen
  • Gelungene Nutzung von Bewegungssensoren und HD-Rumble
  • Kooperatives Raft-Abenteuer für bis zu vier Spieler

Negativ

  • Lediglich vier vergleichsweise kleine Spielbretter
  • Onlinepartien bieten Einschränkungen und speichern keinen Fortschritt
  • Solospiel verliert schnell an Reiz
  • Einige Nebenmodi bieten nur wenige unterschiedliche Minispiele

Nach mehreren Serienteilen, in denen alle Teilnehmer gemeinsam in einem Fahrzeug über das Spielbrett gezogen wurden, besinnt sich Super Mario Party wieder auf die klassischen Grundlagen. Mario, Luigi, Peach und ihre Freunde würfeln einzeln, sammeln Münzen und versuchen, am Ende die meisten Sterne zu besitzen.

Gleichzeitig möchte der erste Mario-Party-Teil für Nintendo Switch die besonderen Möglichkeiten der Konsole ausnutzen. Bewegungssteuerung, HD-Rumble und sogar das Zusammenschieben mehrerer Switch-Bildschirme werden in verschiedenen Minispielen eingesetzt. Hinzu kommen ein kooperatives Wildwasserabenteuer, rhythmische Wettbewerbe und eine frei begehbare Teamvariante der bekannten Spielbretter.

Die Rückkehr zum traditionellen Spielprinzip gelingt. Besonders die 80 Minispiele sorgen regelmäßig für unterhaltsame und herrlich chaotische Momente. Bei den Spielbrettern und einigen Nebenmodi fällt der Umfang allerdings deutlich knapper aus, als es der Name Super Mario Party vermuten lässt.

Wer wird der nächste Superstar?

Eine umfangreiche Geschichte besitzt Super Mario Party nicht. Mario und seine Freunde treffen sich auf dem Party-Plaza, um ein für alle Mal herauszufinden, wer von ihnen der größte Superstar ist. Toad, Toadette und Kamek übernehmen die Organisation, erklären Regeln und führen durch die verschiedenen Spielbereiche.

Zur Auswahl stehen insgesamt 20 Figuren. Neben Mario, Luigi, Peach, Daisy und Yoshi dürfen diesmal auch ungewöhnlichere Charaktere wie Bowser, Gumba, Monty Maul und Pom Pom am Wettbewerb teilnehmen. Einige Teilnehmer müssen zunächst freigeschaltet werden. Spielerisch unterscheiden sie sich hauptsächlich durch ihre persönlichen Würfel.

Die fehlende Handlung ist kein wirklicher Nachteil. Super Mario Party lebt nicht von einer erzählten Geschichte, sondern von den kleinen Dramen, die während einer Partie entstehen. Ein sicher geglaubter Sieg kann durch einen gestohlenen Stern, einen unglücklichen Würfelwurf oder die Bonusvergabe am Ende vollständig auf den Kopf gestellt werden.

Zurück zum klassischen Spielbrett

Im zentralen Mario-Party-Modus bewegen sich bis zu vier Teilnehmer unabhängig voneinander über ein Spielbrett. Nach jedem Zug folgt ein Minispiel, in dem Münzen verdient werden. Wer Toadette erreicht, kann zehn Münzen gegen einen Stern eintauschen. Nach der festgelegten Anzahl an Runden gewinnt die Figur mit den meisten Sternen.

Diese bekannte Struktur funktioniert weiterhin hervorragend. Die Regeln sind innerhalb weniger Minuten verstanden, trotzdem entstehen durch Abzweigungen, Gegenstände und besondere Felder regelmäßig neue Situationen. Glück spielt eine wichtige Rolle. Gute Leistungen in den Minispielen helfen, garantieren aber keinen Gesamtsieg.

Neu sind die persönlichen Würfel. Zusätzlich zum normalen Würfel besitzt jede Figur einen eigenen Zahlenblock. Mario kann beispielsweise häufiger eine Drei würfeln, während andere Charaktere größere Zahlen mit negativen Feldern verbinden. Dadurch entsteht eine kleine taktische Entscheidung: Ist ein sicherer Wurf sinnvoll oder lohnt sich das Risiko, um einen weit entfernten Stern noch zu erreichen?

Unterwegs können außerdem Verbündete eingesammelt werden. Sie erhöhen die Würfelzahl, stellen ihren eigenen Spezialwürfel zur Verfügung und helfen in ausgewählten Minispielen. Das System bringt zusätzliche Möglichkeiten mit, kann aber schnell ein Ungleichgewicht erzeugen. Wer früh mehrere Partner erhält, bewegt sich deutlich schneller über das Brett und baut einen Vorsprung auf, den andere Spieler nur schwer ausgleichen können.

Das größte Problem ist die geringe Anzahl der Spielbretter. Super Mario Party bietet lediglich vier Karten. In Wummps Dominoruinen versperren große Steinblöcke einzelne Wege, während in König Bob-ombs Pulverfassmine ein gefährlicher Countdown herunterzählt. Das Megafruchtparadies besteht aus mehreren Inseln, deren Verbindungen sich verändern können. In Kameks Tantalus-Turm schwankt dagegen der Preis eines Sterns.

Die Karten besitzen eigene Ereignisse, fallen aber vergleichsweise klein aus. Kurze Wege sorgen für ein angenehmes Spieltempo, gleichzeitig werden bekannte Orte und Abläufe schnell wiederholt. Gerade bei einem Partyspiel, das über viele Abende hinweg unterhalten soll, wären zwei oder drei weitere Spielbretter sinnvoll gewesen.

80 Minispiele zwischen Knöpfen und Bewegung

Deutlich stärker fällt die Auswahl der Minispiele aus. Insgesamt warten 80 neue Wettbewerbe, darunter klassische Jeder-gegen-jeden-Duelle, Zweierteam-Aufgaben und asymmetrische Eins-gegen-drei-Partien. Die Regeln werden vor jeder Runde in einer kurzen Übungsphase erklärt und können direkt ausprobiert werden.

Einige Spiele setzen auf gewöhnliche Tasten- und Stickeingaben. In anderen wird der Joy-Con wie ein Griff, eine Pfanne oder ein Paddel gehalten. Beim Braten eines Fleischwürfels muss die Bewegung des Controllers richtig eingeschätzt werden. Ein Dreirad wird durch schnelle Armbewegungen angetrieben, während andere Aufgaben kleine Veränderungen des HD-Rumbles nutzen.

Die Bewegungssteuerung reagiert meist zuverlässig und wird sinnvoll eingesetzt. Besonders gelungen sind Aufgaben, die eine leicht verständliche Bewegung mit einer ungewöhnlichen Situation verbinden. Weniger überzeugend sind Minispiele, bei denen hektisches Schütteln wichtiger ist als Geschicklichkeit. Nach mehreren Runden können solche Aufgaben außerdem anstrengend werden.

Jeder Teilnehmer benötigt einen einzelnen Joy-Con. Pro Controller und klassische Handheld-Steuerung werden nicht unterstützt. Nintendo führt deshalb ausschließlich den TV- und Tischmodus als kompatible Spielarten auf. Auf einer Switch Lite werden separate Joy-Con und eine geeignete Aufstellmöglichkeit benötigt.

Diese Einschränkung ermöglicht zwar einheitliche Bewegungsaufgaben, passt aber nicht zu jeder Spielsituation. Wer lieber mit einem größeren Controller spielt oder allein unterwegs eine kurze Runde starten möchte, erhält keine alternative Steuerungsmöglichkeit.

Partner-Party, Raft-Abenteuer und Beat-Bühne

Neben dem normalen Spielbrett bietet Super Mario Party mehrere zusätzliche Modi. In der Partner-Party treten zwei Teams gegeneinander an. Die Teilnehmer bewegen sich frei über gitterförmige Karten, teilen ihre Münzen und planen gemeinsam den Weg zu Sternen, Gegnern und Gegenständen. Die offenere Bewegung sorgt für mehr taktische Freiheit als auf den klassischen Brettern.

Das Raft-Abenteuer setzt vollständig auf Zusammenarbeit. Vier Figuren paddeln gemeinsam einen Fluss hinunter, weichen Hindernissen aus und wählen an Abzweigungen eine Route. Ballons starten kooperative Minispiele, durch deren Abschluss zusätzliche Zeit gewonnen wird. Die Idee funktioniert besonders gut mit einer eingespielten Gruppe. Da der Modus jedoch nur auf eine kleine Auswahl passender Minispiele zurückgreift, treten Wiederholungen schnell auf.

In der Beat-Bühne werden rhythmische Bewegungsaufgaben hintereinander gespielt. Die Präsentation erinnert an ein kleines Konzert und eignet sich gut als kurze Abwechslung. Auch hier ist die Auswahl mit zehn Wettbewerben jedoch überschaubar.

Toads Freizeitraum experimentiert stärker mit der Switch-Hardware. Bei einigen Spielen können zwei Konsolen nebeneinandergelegt und ihre Bildschirme zu einer größeren Spielfläche verbunden werden. Das ist technisch interessant, setzt für den vollständigen Nutzen aber zusätzliche Hardware voraus. Außerdem umfasst der Modus lediglich vier Spiele.

Solisten können sich am Pfad der Prüfungen versuchen. Dort werden die freigeschalteten Minispiele mit zusätzlichen Anforderungen verbunden. Mal muss eine bestimmte Punktzahl erreicht, mal eine Aufgabe ohne Fehler abgeschlossen werden. Der Modus ist eine nette Ergänzung, ersetzt aber keine umfangreiche Einzelspielerkampagne.

Online-Partys mit Einschränkungen

Zum Verkaufsstart war der Online-Modus auf kurze Minispielserien beschränkt. Erst mit dem kostenlosen Update vom 27. April 2021 wurden der normale Mario-Party-Modus, die Partner-Party und die freie Minispielauswahl für Onlinepartien freigeschaltet.

Gespielt wird über Freundespartien oder passwortgeschützte Räume. Je nach Aufbau können ein oder zwei Personen pro Konsole teilnehmen. Alle 20 Figuren und sämtliche Spielbretter stehen online unabhängig vom eigenen Fortschritt zur Verfügung. Von den 80 Minispielen sind 70 spielbar; die zehn Wettbewerbe der Beat-Bühne bleiben ausgeschlossen. Außerdem wird der während einer Onlinepartie erzielte Fortschritt nicht gespeichert. Nintendo Switch Online ist erforderlich.

Das Update wertet das Spiel deutlich auf. Trotzdem wirkt der Onlinebereich weniger flexibel als ein vollständig darauf ausgerichteter Mehrspielermodus. Eine Partie mit Freunden funktioniert, offene Begegnungen und spontane Spielersuche stehen aber nicht im Mittelpunkt.

Eine farbenfrohe Party

Super Mario Party präsentiert sich farbenfroh, übersichtlich und technisch stabil. Figuren reagieren mit übertriebenen Animationen auf Siege, Niederlagen und Ereignisse. Besonders in den Minispielen entstehen dadurch viele humorvolle Situationen. Auch bei vier gleichzeitig aktiven Spielern bleibt das Geschehen meistens gut erkennbar.

Die Musik greift den fröhlichen Klang der Reihe auf und passt sich den unterschiedlichen Spielbrettern und Modi an. Auf der Beat-Bühne rücken Rhythmus und bekannte Mario-Melodien stärker in den Vordergrund. Die Figuren sprechen nur kurze Ausrufe, die sich bei langen Partien entsprechend häufig wiederholen.

Größere technische Probleme treten kaum auf. Kurze Ladeübergänge und kleinere Pausen zwischen den Spielzügen bremsen das Tempo gelegentlich, bleiben aber im Rahmen eines digitalen Brettspiels.

Abhängig von der Spielergruppe

Mit 80 Minispielen, 20 Figuren und mehreren Spielvarianten bietet Super Mario Party zunächst reichlich Inhalt. Durch das Sammeln besonderer Juwelen, Party-Punkte, Musikstücke und weiterer Extras werden zusätzliche Ziele freigeschaltet.

Langfristig hängt die Motivation jedoch stark von der eigenen Spielergruppe ab. Gemeinsam auf dem Sofa können dieselben Minispiele und Spielbretter immer wieder neue Geschichten erzeugen. Allein verlieren viele Modi schnell ihren Reiz. Computergegner ersetzen weder die Gespräche noch die Schadenfreude einer echten Party.

Die geringe Zahl der Spielbretter bleibt dabei der größte Schwachpunkt. Raft-Abenteuer, Beat-Bühne und Toads Freizeitraum liefern kreative Ideen, besitzen aber nicht genügend Inhalt, um diesen Mangel vollständig auszugleichen.

Fazit

Super Mario Party führt die Reihe erfolgreich zu ihren klassischen Grundlagen zurück. Einzelne Figuren ziehen wieder unabhängig über das Brett, sammeln Sterne und treten nach jeder Runde in abwechslungsreichen Minispielen gegeneinander an. Persönliche Würfel und Verbündete ergänzen die bekannte Formel um kleine taktische Entscheidungen.

Die 80 Minispiele gehören zu den größten Stärken. Tastensteuerung, Bewegungssensoren und HD-Rumble werden vielseitig eingesetzt, ohne dass die Regeln unnötig kompliziert werden. Auch Partner-Party und Raft-Abenteuer zeigen, dass die Reihe außerhalb des klassischen Brettspiels interessante Ideen besitzt.

Demgegenüber stehen nur vier kleine Spielbretter, eine vorgeschriebene Joy-Con-Steuerung und mehrere Nebenmodi, denen es an Umfang fehlt. Das spätere Online-Update verbessert das Gesamtpaket, bleibt aber mit seinen Freundes- und Passwortpartien eingeschränkt.

Für Familien und Freundesgruppen ist Super Mario Party dennoch ein unterhaltsames Sofa-Spiel, das Einsteiger schnell einbindet und regelmäßig für Lacher sorgt. Wer hauptsächlich allein spielt oder besonders viele abwechslungsreiche Spielbretter erwartet, findet auf der Switch inzwischen umfangreichere Alternativen.

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