eSports und Nintendo: Eine Odyssee mit Hoffnungsschimmer

Der sportliche Wettkampf am Controller ist im Mainstream angekommen. Zahlreiche Events und ausverkaufte Arenen lassen keinen Zweifel daran, dass die Zukunft von eSports längst begonnen hat. Games wie „League of Legends“ oder „Dota 2“ gehören zu den großen Namen in der Branche. Doch die einstigen Urgesteine der Konsolen- und Computerspielindustrie scheinen den Anschluss an den Trend verpasst zu haben.

Jeder liebt ihn, jeder hat mit ihm gespielt oder spielt ihn noch immer: Nintendos Liebling und Zugpferd Super Mario zählte zu den bekanntesten Figuren in der Hochzeit des Konsolenzeitalters. In diversen Abenteuern, Ablegern und Cross-Overs steuerten Spieler Mario durch seine kunterbunte Pixelwelt, immer auf der Suche nach der verschollenen Prinzessin Peach.

Das Konzept der vorwiegend Jump’n’Run-lastigen Games hatte Erfolg: Mit Donkey Kong, Yoshi oder Kirby flutete Nintendo die Haushalte. Doch die Hoffnung, dass die bestehenden Games nie aus der Mode kommen, war gewagt. Waren die Verantwortlichen mit den Entwicklungen neuer Konsolen wie dem Nintendo Cube oder aktuell der Switch zu Gange, blieben die Spiele ihren grundlegenden Konzepten treu. Grafiken wurden moderner, Multiplayer-Optionen möglich und die Anbindung an das Internet unumgänglich. Dennoch ist der ehemalige Riese beim Thema eSports außen vor: zumindest vorerst.

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eSports ist ein Milliardengeschäft

Lange Zeit galt eSports als etwas, das lediglich in den eigenen vier Wänden betrieben wurde. Mit Kopfhörern bestückt im Dunklen wird durch virtuelle Welten gezockt und sich mit Gleichgesinnten in MMO-Games ausgetauscht. Ein Bild, das keineswegs der Realität entspricht. eSports ist mittlerweile zum lukrativen Geschäft geworden, das laut Experten im Jahr 2022 ein Marktvolumen von bis zu 1,79 Milliarden Euro einbringen soll. Eine Summe, die vor 10 Jahren wohl lediglich belächelt worden wäre.

Mittlerweile hat sich allerdings eine ganze Industrie um diesen Geschäftszweig erhoben. Werbeagenturen, die sich um originelle Werbeplätze kümmern, Streaminganbieter, die die Events live im TV oder Netz übertragen oder das Anbieten von Online Wetten auf sein Favoritenteam stehen dem klassischen Sport in nichts nach. Letztere haben mittlerweile bereits oft schon eine eigene eSports-Kategorie in ihr Wett-Repertoire mit aufgenommen. Das Interesse wächst stetig und wird zu einem Industriezweig, der dem populären Sport den Rang ablaufen könnte.

Heute füllen internationale Spieler und Teams Hallen und werden wie Popstars gefeiert. So finden weltweit Turniere in ausverkauften Arenen statt, zu denen auch Deutschland mit Hamburg und Köln zwei wichtige Austragungsorte gehören. Dort wird jährlich die ESL One abgehalten, wo die eingangs erwähnten Wettkämpfe in „Dota 2“ ausgetragen werden. Von bekannten Nintendo-Games ist bei diesen Veranstaltungen keine Spur. Der Grund liegt jedoch nicht darin, dass die Figuren nicht gefragt sind, sondern an einer eigens geschaufelten Grube, für die Nintendo selbst verantwortlich ist.

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Nintendo und das Hadern mit neuen Möglichkeiten

2001 veröffentliche Nintendo das Spiel „Smash Bros. Melee“. Das Kampfspiel war für den GameCube konzipiert und wurde eher zufällig zum ersten Game, das im eSports Fuß fassen konnte. Doch weder Nintendo noch Entwickler Masahiro Sakurai wollten sich damit befassen. Fern ihrer Beteiligung nahm das Game etwas Fahrt auf und versank wieder in den Tiefen der Gaming-Community. Sieben Jahre später kam der Nachfolger „Super Smash Brawl“ auf den Markt, der bewusst ein wettbewerbsfähiges Spielen verhinderte. Änderungen im Spielablauf machten es unmöglich, dass die Matches spielerfreundlich umgesetzt werden konnten. Zudem war ein Livestreaming nicht möglich, womit die Idee des eSports ausgehebelt wurde.

Erst 2014 wurde das eigentliche Potenzial des elektronischen Sports erkannt. Mit dem Game „Super Smash Bros.“ öffnete man sich ganz der neuen Sportart und wurde für diesen Schritt belohnt. Seit 2016 ist das Spiel fester Bestandteil der EVO-Turniere. Im Dezember 2018 erschien für die Switch der Ableger „Super Smash Bros. Ultimate“. Ob der neueste Teil auch den Sprung in die Arenen schaffen wird, scheint derzeit nicht so.

Das Problem der eigenen Blockierung schien sich jedoch nach einem Anflug von Erkenntnissen, schon 2015 zu wiederholen. „Splatoon“ kam bei der Community sehr gut an, aber Nintendo wartete zu lang, um es für die Bedürfnisse der eSports-Fans anzupassen. Erst 2017 schienen die Marketingverantwortlichen begriffen zu haben, dass es an dem Trend kein Vorbeikommen gibt. Deshalb war Nintendo schließlich mit dem Spiel „Arms“ auf der jüngst vergangenen EVO in Japan vertreten.

Ein Anfang ist also gemacht. Doch es wird noch eine Weile dauern, bis sich Nintendo von seinem klassischen Konsolenkonzept löst und sich für den neuen Markt öffnet. Die Chancen auf Extra-Leben neigen sich dem Ende.

 

Geschrieben von: JoKo

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