Mario Party The Top 100

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Mario Party: The Top 100 – Review

Mario Party: The Top 100 für den Nintendo 3DS und 2DS ist praktisch eine handliche Minispiel Sammlung mit optisch aufgehübschten Minigames quer durch die Mario Party-Geschichte. Ob Mario Party: The Top 100 aber als ein „vollwertiges“-Spiel besteht erfahrt ihr in unserem Test!

Die Minispiel Insel ist zurück!
Die Minispiel-Insel ist im Grunde genau dasselbe, wie die Minispiel-Insel aus Mario Party 1 oder die Minispiel-Bahn aus Mario Party 2: Man spielt im Singleplayer einmal alle Minispiele am Stück durch! Dabei ist nicht zwingend erforderlich, alle Minispiele auf Platz 1 abzuschließen, sondern es genügt, nicht auf dem Platz 4 gelandet zu sein, um voranschreiten zu dürfen. Sollte dieser Fall eintreten, also wird man nicht mindestens Dritte/r, verliert man eines seiner Leben und muss es nochmal probieren. Ansonsten erhält man 10 Münzen zur Belohnung. Dabei gilt wie immer, dass je 100 Münzen ein Extraleben bedeuten, sodass man mehr Versuche in der Hinterhand hat.

Davon ab ist die Minispiel-Insel ein echt gelunger Trip in die Vergangenheit. Es macht großen Spaß, anhand der kleinen Kulissen auf der Insel zu erraten zu versuchen, was jetzt wohl auf dem nächsten Feld an der Reihe ist. Und natürlich macht es irre Bock, sich an die vielen, vielen, vielen Mario-Party-Stunden zu erinnern. Wie erwähnt: Ein gelungener Trip, von ungefähr 90 bis 180 Minuten Dauer – je nach Geschick, versteht sich. Leider nur ist der Zauber verflogen, sobald man alle 100 Minispiele mit 3-Sterne-Wertung gemeistert hat – dann gibt es keinen Grund, sich hier noch länger aufzuhalten.

100 MINISPIELE
Der Modus „100 Minispiele“ ist genau das, was seine Name impliziert. Man wählt ein Minispiel, spielt es, wählt ein anderes Minispiel, spielt es, und so weiter. Das könnte gut funktionieren, wenn es hier nicht so zusammenhangslos zuginge. Denn zwar gibt es bei jedem Minispiel einen ersten, zweiten, dritten und vierten Platz, das wird per kurzer Animation auch eingeblendet, aber es gibt hier keine Punkte. Jedes Minispiel, das hier gespielt wird, steht für sich allein. Und ob man mit/gegen CPUs oder Freunden spielt, macht dabei auch keinerlei Unterschied. Somit ist „100 Minispiele“ das, was man in anderen Mario Partys als „Freies Spiel“ kennt.

MINISPIEL-MATCH
Bleibt zu guter Letzt also nur noch das „Minispiel-Match“. Das ist der Brettspielmodus aus Star Rush. Mit dem Unterschied, dass man nicht mehr als Toad spielt, der sich Partner ins Boot holt, sondern man spielt als Mario, Luigi oder so, es gibt keinerlei Partner und auch keine Bossfights, die man gewinnen muss, um einen Stern dafür zu erhalten! Es wurden sogar einige Kleinigkeiten verbessert, wie etwa, dass, wenn zwei oder mehr Charaktere zur selben Zeit das Sterne-kaufen-Feld betreten, ein Mikrospiel (zum Beispiel: Wer drückt am schnellsten die dargstellte Tastenkombination?) entscheidet, wer den Kauf tätigen darf.

Und obwohl eben jenes Gameplay tatsächlich gut funktioniert, man sogar in 5er-Schritten zwischen 10 und 50 Runden einstellen kann, man für je 10 Münzen Sterne kauft und so weiter, scheitert es am Grundlegenden: Umfang! Es ist immer ein und dasselbe Spielbrett. Es wird nie größer, nie kleiner, nie komplexer, nie verwinkelter, es werden auch keine Felder ausgetauscht.

WEITERE KRITIK

Es gibt nichts nennenswertes freizuspielen. Lediglich die „Meisterlich“-Schwierigkeit für CPUs ist etwas, für das man sich gern anstrengt, aber dann hört’s auch schon auf. Somit bleiben auch Überraschungen aus. Keine weiteren spielbaren Charaktere, keine neuen Spielbretter, keine noch geheimen Minispiele.

TECHNIK
Der 3D-Tiefeneffekt ist auf Wunsch hinzuschaltbar, die Grafik ist sehr hübsch, die Musiken sind hochwertig, und die Frischzellenkur der Minispiele, gerade bei jenen aus der N64-Ära, ist äußerst gelungen. Selbst die Erklärungen aller Minispiele wurde auf ein Minimum reduziert, und doch ist jede der kurzen Beschreibungen direkt verständlich. Auch findet auf dem oberen Screen immer die gesamte Action statt, doch kann man bei Splitscreen-Minispielen auf den unteren Screen schauen, da man dann hier im Vollbild seinen eigenen Ausschnitt sieht – sehr gut!

Die Steuerung ist erwartungsgemäß einwandfrei. Alles funktioniert wie es soll und die Steuerungsschemata wurden immer eins zu eins übernommen, in wenigen Fällen allerdings etwas optimiert. So nutzen einige Minispiele ja die Stampfattacke als Manöver. Diese wurde für The Top 100 einheitlich auf „A und nochmal A“ umbelegt. Oder bei Gumbowling wird nicht mehr mit der A-Taste zwischen Charakterposition und Neigungswinkel gewechselt, sondern für das Eine wird das Circle Pad und für das Andere das Steuerkreuz verwendet.

Dennoch gibt es in puncto Steuerung Grund zur Kritik. Denn je nachdem, welches Gerät der 3DS-Familie man verwendet, können die kurzen Druckpunkte der ABXY-Buttons etwas unpraktisch sein, wenn es um schnelles Drücken einer Taste geht, wie zum Beispiel bei Hau den Pokey (Mario Party 7) oder Dreisprung (Mario Party 5). Dafür kann das Spiel selbst nichts, es stört aber trotzdem.

Lokaler Multiplayer ist sowohl mit nur einem einzigen Spiel(-Download/-Modul) möglich, oder auch mit einem Spiel pro teilnehmenden 3DS-Gerät. Einen Unterschied macht das aber nur bei den Ladezeiten, da ja bei nur einem Spiel stets die Daten immer erst an die anderen Geräte übermittelt werden müssen; was übrigens durchaus flott geht. Länger als ein paar Sekunden dauert es nie. Allerdings tauchen beim lokalen Multiplayer, wenn auch sehr selten und auch nur kaum wahrnehmbar, Lags auf, die sich in Framedrops äußern.

FAZIT
Mario Party: The Top 100 fehlt es an Langzeitmotivation, und zwar gewaltig. Für Solisten ist das Absolvieren der Minispiel-Insel eine sehr unterhaltsame Retroreise; es macht wirklich großen Spaß, sich an alte Zeiten zu erinnern – leider nur beim ersten Mal, und bei einigen vielleicht sogar noch beim zweiten Mal auf der schweren Stufe – aber dann ist definitiv der Lack ab.

Nintendo hatte hier die Gelegenheit, wenn sie schon in der Vergangenheit von Mario Party wühlen, DAS Rundum-sorglos-Paket zu schnüren. Aber bei einem derart unflexiblen Umfang und fehlendem Online, wie soll das funktionieren!? Bei einem Mario Party 10 oder Island Tour waren eh Hopfen und Malz verloren, weil es den Gameplays dort an Tiefgang fehlt. Aber hier, bei Mario Party: The Top 100, stimmt das Konzept und selbst der überarbeitete Star-Rush-Mode funktioniert gut. Darum ist es umso trauriger, dass man während der Entwicklung so kurz vor dem Ziel einfach stehengeblieben ist!

Kurzum: das Spiel hatte mächtig Potenzial welches nicht genutzt wurde!

Geschrieben von: Melvin

Ich bin bei MarioFans DE sowas wie die rechte Hand vom Admin und arbeite seit 2013 mit. Ich schreibe Beiträge, betreue die Social-Media Kanäle und tüftel im Hintergrund an einige interessanten Projekten.

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